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    1. Studie

      Faktencheck E-Mobilit?t – Update 2018/2019

      Es gibt gemischte Nachrichten bezüglich der Elektromobilit?t in Deutschland. Die absolute Zahl an stromangetriebenen Pkws in Deutschland ist 2018 um über 50.000 Fahrzeuge gestiegen, die j?hrliche Wachstumsrate bleibt jedoch weit hinter der von 2017 zurück.

      So waren Ende 2018 rund 150.000 Elektrofahrzeuge, davon knapp 83.000 rein elektrisch, auf Deutschlands Stra?en unterwegs – ein Plus von 53,8 bzw. 54,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies ist ein erster Schritt in Richtung der gewünschten Dynamik, nichtsdestotrotz gibt es noch viel Aufholbedarf. In den kommenden Jahren scheint die Elektromobilit?tsoffensive jedoch Fahrt aufzunehmen – viele gro?e Hersteller haben zahlreiche neue Modelle bis 2025 angekündigt.

      Bestandsentwicklung

      Wir rechnen 2019 mit einem Bestandszuwachs von rund 100.000 auf 248.000 Elektrofahrzeuge. Das ursprüngliche Ziel von einer Million Elektrofahrzeugen in Deutschland bis 2020 ist somit nicht mehr erreichbar. Die Bundesregierung hat das Ziel jedoch auf das Jahr 2022 korrigiert, was unter Berücksichtigung aktueller Wachstumsraten realistisch erscheint. Um ein deutlich schnelleres j?hrliches Wachstum zu erreichen, müssten sich verschiedene Treiber grundlegend verbessern, was wir momentan jedoch für unwahrscheinlich halten. Gegen ein schnelleres Wachstum spricht, dass Elektrofahrzeuge immer noch deutlich teurer als vergleichbare Verbrenner sind und Kunden bislang nur aus einer kleinen Auswahl an Modellen w?hlen k?nnen.

      Einen Schub für die Elektromobilit?t werden die wiederholten Bekenntnisse der deutschen Automobilindustrie bringen, die ihre Elektrostrategien auch mit Blick auf m?gliche Fahrverbote und den Flottenverbrauch weiter vorantreiben. Durch hohe Investitionen in jegliche Entwicklungen mit Bezug zur Elektromobilit?t reduzieren sich Batteriepreise deutlich schneller als angenommen und Reichweiten steigen mit enormem Tempo. Bessere Qualit?t der Technologien, gr??ere Reichweiten, langfristig niedrigere Preise durch mehr Wettbewerb, Fortschritte bei der landesweiten Ladeinfrastruktur – all diese Entwicklungen werden in den kommenden Jahren positive Auswirkungen auf den Bestand von Elektroautos haben.

      Plug-in-Hybride vs. reine Stromer

      Unklar blieb 2018 die Bedeutung von Plug-in-Hybriden als übergang zur reinen Elektromobilit?t. Noch immer scheiden sich die Geister, ob die Forcierung von Plug-ins den Deutschen den Weg hin zur Elektromobilit?t aufgrund der vermiedenen Reichweitensorgen schmackhaft machen kann. Mit zunehmender Reichweite und st?ndig verbesserter Ladeinfrastruktur k?nnten sich Elektrointeressierte dann doch für den reinen Stromer entscheiden. Entgegen diesen Annahmen hat sich 2018 der Anteil von Hybridfahrzeugen gegenüber reinen Stromern nur geringfügig ver?ndert. In Deutschland hatten Plug-in-Hybride 2018 einen Anteil von 45 Prozent an allen Elektromobilen, 2017 waren es 46 Prozent.

      Reichweite

      2018 setzte sich die Reichweitensteigerung der reinen Elektrofahrzeuge weiter fort. Die durchschnittliche Reichweite aller 2018 verkauften Elektrofahrzeuge lag, entsprechend Herstellerangaben und wie im Vorjahr prognostiziert, bei 330 km. Reichweiten, die über das urbane Umfeld hinausgehen, sind für Kunden nach wie vor ein wichtiger Faktor. Es wird begrü?t, dass auch Kleinwagen eine immer h?here Reichweite bei niedrigeren Preisen erreichen k?nnen.

      Wir gehen davon aus, dass mit sinkenden Batteriepreisen und verbesserter Batterietechnik Automobilhersteller in den kommenden Jahren deutlich h?here Reichweiten in Elektrofahrzeuge verbauen werden. Unserer Prognose nach wird bis 2020 ein neu zugelassenes reines Elektroauto im Durchschnitt etwa 403 km mit einer Batterieladung zurücklegen k?nnen. Optimistisch stimmen uns vergangene reichweitensteigernde ?Facelifts“ ?lterer E-Modelle sowie neue Modelle auf dem Markt, mit denen auch l?ngere Strecken problemlos m?glich sind.

      Preise

      Fallende Preise für Elektrofahrzeuge sind ein wesentlicher Treiber der Elektromobilit?t. Waren reine Stromer bis 2010 noch doppelt so teuer wie vergleichbare Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren (also über 100 Prozent), fiel der durchschnittliche Preisaufschlag aller 2015 zugelassenen Stromer auf ca. 41 Prozent. Nach einem Anstieg 2017 sank der Wert für 2018 auf 44 Prozent und ist somit wieder rückl?ufig. Für einen Durchbruch der Elektromobilit?t ist dieser Wert aber immer noch deutlich zu hoch. Unter Berücksichtigung des Umweltbonus ergibt sich für 2018 ein durchschnittlicher Aufpreis von rund 30 Prozent. Um Elektromobilit?t massentauglich zu machen, sind deutlich st?rkere Anreize notwendig. Denkbar w?ren eine Verdoppelung des Umweltbonus oder ein deutlich breiteres Modellangebot der Hersteller.

      Ladeinfrastruktur

      Die unzureichende Ladeinfrastruktur wird oft als das Hauptproblem für eine fl?chendeckende Ausbreitung von Elektromobilit?t bezeichnet. Doch es scheint sich einiges in diesem Bereich zu tun. Die Anzahl der ?ffentlichen und halb-?ffentlichen Ladepunkte ist 2018 in Deutschland auf über 16.000 gestiegen. Das entspricht einem signifikanten Plus von 48 Prozent zum Vorjahr. Neben ?ffentlichen bzw. halb-?ffentlichen Lades?ulen, die oft an Superm?rkten oder Parkpl?tzen aufgestellt werden, sind es vor allem ?Wallboxes“ für zuhause oder den Arbeitsplatz, die in Zukunft die meisten Ladestunden aufbringen werden. Infolge des voraussichtlich starken Absatzwachstums in den n?chsten Jahren entsteht gem?? unseren Hochrechnungen allein im Jahr 2025 ein Neubedarf von über 200.000 Ladepunkten in den fünf gr??ten deutschen St?dten (Berlin, Hamburg, München, K?ln, Frankfurt).

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